Im Video siehst Du das Druckverhalten während einer Sitzdruckmessung. Hier zeigt sich eine der größten Herausforderungen beim Sitzen:
Ständige Druckwechsel, und zwar mit jeder Pedalumdrehung. Im Video ist sehr schön zu sehen, dass im Tretzyklus rechts und links der Druck zu- und wieder abnimmt.
Erklären lässt sich dies über die vertikale Auslenkung des Beckens (Kippen) mit jeder Tretbewegung. Diese führt dazu, dass im Zyklus einmal links und dann rechts nahezu die gesamte Last in nur einem Teil des Sitzbereichs anfällt. Diese temporären “Überlasten” machen Dich im Sitzbereich mürbe, d.h. das Druck- und damit verbundene Schmerzempfinden steigert sich ganz langsam, mit jedem Tritt.
Doch auch diesem Phänomen kann man beikommen: In dem man mechanische Flexibilität in das Sitzsystem einbringt. Ob die Flexibilität nun aus einer nachgiebigen Sattelschale kommt oder aber aus einem elastisch gelagerten Gestell/ Dämpfungssystem ist dabei nachrangig. Hauptsache das System kann im Tretzyklus “nachgeben” und die Druckspitzen mildern/ kompensieren.
Hier hast Du es recht einfach: Achte beim Sattelkauf darauf, dass entweder ein Gestell/ Dämpfungssystem vorhanden ist, oder aber die Sattelschale schon im “Drucktest” mit der Hand nachgibt. Sättel “ohne Flex” kommen bei uns nicht aufs Rad.
Wenn Du dann noch darauf achtest, dass auch der Rest Deines Rades ein wenig flexibel ist, zum Beispiel die Reifen keine 8 bar Druck haben oder etwa die Sattelstütze ein wenig nachgibt, hast Du schon mal viel gewonnen.