Um Druckhöhe und -lage sauber zu ermitteln braucht es eine elektronische Druckmessung – klar wir sind ja digital unterwegs. Die Messung selbst erfolgt heutzutage mit Hilfe einer Folie, die eine Vielzahl von Piezo-Druckmesssensoren enthält. Die Informationen, die dabei entstehen werden mittels einer angeschlossenen Elektronik verarbeitet, aufbereitet und an einen digitalen Empfänger zur nutzergerechten Visualisierung gesendet (bei unserem efit+ System z.B. an ein Tablet). Auf Basis eines ausgefuchsten Analysealgorithmus ließen sich aus diesen Daten sicherlich auch Rückschlüsse über die Bewegung auf dem Sattel und damit Indikationen für Reibung finden.
Damit eine solche Druckmessfolie zuverlässig im harten Radalltag funktioniert, muss sie, die Elektronik eingeschlossen, stabil, gut geschützt vor Feuchtigkeit und Verunreinigungen in die Sattelstruktur eingebunden werden. Mit überaus gutem Optimismus was den 3D-Druck von Sattelstrukturen (vor allem der Polsterung) angeht, könnte das machbar sein.
Schauen wir auf die derzeitigen Herstellkosten eines Druckmesssystems für den Einsatz auf dem Rad, wird es spannend. Würde man ein heutiges System in einen Sattel integrieren würde dessen Preis um ein Vielfaches ansteigen. Allerdings ist zu bedenken, dass alle derzeit am Markt verfügbaren Systeme in Kleinmengen hergestellt werden und Skaleneffekte aus der Massenfertigung die Kosten enorm senken würden.
Selbst wenn die Kosten für eine Druckmessintegration sinken würden, so glauben wir, dass über den herkömmlichen Ansatz ein völlig ausreichender Effekt erzielt werden kann. Durchläuft man eine fundierte Druckmessung inkl. Anpassung des Setups durch eine kundige Person, ergänzt durch Praxistipps, ist die Chance auf gutes Sitzen sehr hoch.