Nachdem Du nun die primären Anforderungen an Deine Hose überprüft hast, geht es an den zweiten Reibpartner: Deine Haut. Ist diese fit und gut in Schuss, sinkt das Risiko, dass Du Dich wund fährst.
Ein zentraler Faktor, den wir vor allem von unseren Langstrecklern kennen, ist, dass die Haut stabiler ist, wenn sie verhältnismäßig „trocken“ ist. „Trocken“ ist hier natürlich relativ zu sehen. Schließlich ist die Haut im Sitzbereich meist gut „isoliert“ – durch die Radhose und das Sitzen auf dem Sattel – und wird durch die Schweißbildung nie wirklich „trocken“ sein.
Allerdings gibt es hier kleine, jedoch feine Unterschiede. Bei Radsportlern hört man immer wieder, dass sie sich „einen Wolf gefahren haben“. „Wolf“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für die Intertrigo, eine Hautreizung/ -schädigung, die v.a. durch Mazeration der Haut und Reibung entsteht. Reibung haben wir mittlerweile besprochen, Mazeration ist der Fachbegriff für die sogenannte schrumpelige „Froschhaut“, die wir alle, z.B. aus dem Schwimmbad kennen. Mazeration entsteht vor allen Dingen, wenn die Haut, wie z.B. im Sitzbereich, über längere Zeit dauerhaft Feuchtigkeit (Schweiß) und einem „feucht-heißen“ Klima ausgesetzt ist. Ziel für Dich ist, es gar nicht zur Mazeration der Haut im Sitzbereich kommen zu lassen, dabei reichen schon kleine Unterschiede in Feuchtigkeit und Temperatur.
Um die Haut „trockener“ und auch „kühler“ zu halten, hilft vor allem ein atmungsaktiver Sitzbereich. Wenn Du also Radhosen und deren Polster prüfst, dann mache auch gleich noch den „Pustetest“ mit dem Polster. Je leichter und mehr Luft durchgeht, desto besser ist das für den Abtransport von Feuchtigkeit. Fährst Du dann und wann im Stehen, hast Du eine gute Chance, dass der Fahrtwind den Sitzbereich „abtrocknet“ und kühlt.
Manche Langstreckler verwenden während der Fahrt sogar Puder, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Hier scheiden sich aber aus unserer Sicht die Geister, da wir mit Sitzcremes, die eher der Hautpflege und der Herabsetzung des Reibungskoeffizienten dienen, auch sehr gute Ergebnisse sehen. Sofern der Sitzbereich gut atmungsaktiv ist und die Creme nicht zu „fett“ ist und ausreichend einzieht. Bei zu „fetten“ Cremes besteht die Gefahr, dass die Haut „luftdicht“ eingepackt wird und der Feuchtigkeitsgrad steigt, also Vorsicht hier!